Recycling

Verfahren

Eine genaue Prüfung der Reifen steht am Beginn der Entsorgung. Besitzen Altreifen noch ausreichend Profiltiefe (> 2mm) und sind von der Qualität einwandfrei, eignen sie sich für den Export ins Ausland. Ist lediglich der Profilstreifen abgefahren und sind sonst keine Mängel vorhanden, können die Reifen runderneuert werden. Erst wenn ein Reifen für beide Verfahren nicht mehr in Frage kommt, werden seine Bestandteile wiederverwertet. Man unterscheidet hier zwischen drei Verfahren:

Mechanische Verwertung

Da Reifen aus Gummi und Stahl bestehen, müssen die Wertstoffe voneinander getrennt werden. Der erste Schritt ist das Schreddern von Altreifen in handtellergroße Stücke. Die geschredderten Altreifenteile werden mithilfe eines Magnets vom Stahl separiert. Der verbliebene Gummi-Schredder wird zu Gummigranulat oder -mehl weiterverarbeitet. Einsatzgebiete sind:

  • Sportplatzbau (Einstreugranulat)
  • Bauindustrie & Dachbegrünungsanlagen
  • Fallschutzmatten & Teppichunterlagen
  • Flüster-Asphalt & Zäune

Chemische Verwertung / Pyrolyse

Die chemische Verwertung in der Pyrolyse trägt dazu bei, Abfälle zu vermeiden und fossile Rohstoffe klimagerecht zu substituieren. In hocheffizienten Anlagen wird das Altreifen-Gummi bei 500 bis 700 °C ohne Sauerstoff thermochemisch zerlegt. Dabei entstehen Gas, Pyrolyseöl und ein fester Kohlenstoffrückstand, der zu recovered Carbon Black (rCB) aufbereitet wird. Das im Prozess entstehende Pyrolysegas macht den Prozess nahezu energieautark.

Thermische Verwertung

Geschredderte Altreifen werden als sekundärer Brennstoff eingesetzt. Sie besitzen einen hohen Heizwert und einen niedrigen Schwefelgehalt (ideal für Zement- oder Kraftwerke). Ein Plus für die Umwelt: Schadstoffe werden bei diesem Verfahren schadlos in die Klinkerstruktur eingebunden.